Welche Kommunikationsberatung ist die Beste für mich?
Stell’ dir vor, du stehest am Ufer eines reißenden Flusses. Deine Aufgabe: Überquerung. Deine Ressourcen: zehn Baumstämme, fünf Taue und eine Axt. Ah, und selbstverständlich hast du Personal am Start: dein eigenes Teams mit dem du schon lange arbeitest. Aber dummerweise hat noch nie einer bzw. eine ihnen ein Floß gebaut. Vielleicht hat jemand ein YouTube Video geschaut, in dem es schief gegangen ist. Oder jemand hat auf einer Party davon erzählt. Aber mehr auch nicht.
Zum Glück naht Hilfe. Aus dem Unterholz brechen mehrere Personen, von denen ein paar sicher valide Ideen und Konzepte haben, wie alle den Fluss bequem überqueren können. Die Frage ist nun: Wie wählst du die richtige Gruppe von Personen aus?
Was am Fluss gilt, gilt im Grunde auch im Arbeitsalltag. Nur, dass die reißenden Wasser deine Kommunikationsplanung ist. Gehen wir kurz weg vom Fluss und ins Büro (keine Sorge, wir kommen wieder in die Natur zurück).
Die Agenturauswahl: Better safe than sorry!
Die 5 Schritte der Agentur- und Beratungsauswahl:
Empfehlungen einholen, z.B. aus dem eigenen Netzwerk oder von Partnerfirmen. Schau z.B. auf LinkedIn nach den Empfehlungen, die die Expertinnen von ihrem Netzwerk oder ehemaligen Kollegen erhalten haben. Dasselbe gilt für Freelancer. Hast du spezifische Bedarfe kann eine Google-Recherche der erste Schritt sein. So erstellst du eine gute Longlist.
Erstgespräch am Telefon, in dem du kurz deinen Bedarf skizzieren und die grundsätzliche Verfügbarkeit abfragst. Daraus entsteht deine Shortlist. Betreut die Agentur bzw. die Beraterin Kunden aus deiner Branche (wenn nein, wie schnell könnten sie sich das notwendige Fachwissen aneignen)? Existieren die Skills überhaupt (du planst Videoproduktion, dann sollte deine Beratung dies schon mal gemacht haben)? Ist ausreichend (Wo)MenPower vorhanden?
Aber Achtung: Bleibe noch an der Oberfläche, denn wenn du schon jetzt mit einer Maßnahmenliste kommst, verhinderst du, dass die Beraterin dich individuell und mit der notwendigen Kreativität berät! Manchmal kann ein „Quereinsteiger“ in eine Branche auch ganz erfrischende, innovative Herangehensweisen haben, mit denen du noch gar nicht gerechnet hast.
Versende danach ein schriftliches Briefing an die 2-3 Kandidaten deiner Shortlist. Ich habe in meiner langen Zeit als PR- und Marketingverantwortliche bei der Agenturauswahl immer mit
einer kurzen Beschreibung der Ausgangslage
einer Definition des Problems/Herausforderung aus meiner Sicht
einer ersten Zielangabe inkl. Timings und
einem groben Budgetrahmen gestartet.
Auch hier gilt: Sei so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig.
Jetzt kommt es darauf an – du kannst im nächsten Schritt zwischen zwei Varianten wählen:
Der Pitch: Ein Klassiker in der Auswahl. Du bittest die Shortlist-Kandidaten zu einem am besten persönlichen Gespräch und lässt sie erste Konzepte, Zeitplanung und Budgetkalkulation präsentieren. Dann entscheidest du dich.
Der Workshop: Bei komplexen Themen oder wenn die Aufgabenstellung noch sehr unklar ist, kann ein erster, jeweils einstündiger Discovery-Workshop mit den Shortlist-Kandidaten sinnvoll sein. Das kostet zwar mehr Zeit, aber wenn du zwei- bis dreimal durch den Moderationsprozess bist, ist das Briefing zumindest dir sehr viel klarer. Der Workshop hat nicht das Ziel, sofort das Ergebnis zu liefern, sondern ist ein Zwischenschritt zur Konzeptionspräsentation. So kannst du z.B. anhand der Erfahrungen im Workshop die Shortlist noch einmal verkürzen. Wer passt persönlich zu deinem Team?
Konzeption ist das eine – Bauchgefühl das andere Kriterium!
Willkommen zurück beim Floßbau. Mit welchen Menschen möchtest du nun gemeinsam Baumstämme zusammenbinden, um das andere Ufer zu erreichen? In einem Bewerbungsgespräch wurde mir einmal gesagt: „Qualifikation ist super wichtig, aber ich wähle meine Mitarbeitenden auch immer danach aus, ob ich gerne spontan einen ganzen Abend mit ihnen verbringen würde.“ Das folgt dem Recruiting-Ansatz: